Liebe Leserinnen und Leser,

vor wenigen Wochen habe ich bei einem Filmfestival in Münster den Film „Jesus Egon Christ“ von David und Saša Vajda gesehen. In dem Festivalfilm spielen die beiden Regisseure mit dem Gedanken, was passieren würde, wenn Jesus in die Gemeinschaft von Drogenabhängigen träte. What would Jesus do? Sehr dicht und in teilweise verstörenden Bildern wird die Geschichte von dem psychisch erkrankten Egon erzählt, der in Visionen die Stimme Christi hört, die sein Leben völlig verändert. Mit Neugier habe ich in dem Film zahlreiche religiöse Anspielungen und Symbole entdeckt. Zu meinem Erstaunen konnte der Regisseur aber im anschließenden Gespräch mit den Bibelversen und -figuren wenig anfangen. „Wer ist Johannes der Täufer? Ach, spannend… ne, da habe ich eigentlich gar nicht dran gedacht.“ Seine Eltern seien religiös, aber er selber habe sich nicht mit einem religiösen Erbe auseinandergesetzt, sondern sei eher auf Distanz gegangen. Dennoch habe ihn Religiosität als Thema so sehr fasziniert, dass es einen starken Einfluss auf seinen Film gehabt habe.

In Gesprächen mit Erwachsenen und Jugendlichen merke ich immer wieder, dass religiöse Bräuche, Gebäude oder Themen eine Faszination ausüben. Ist es eine Form von Ehrfurcht oder eine (ängstliche) Vorsicht, wenn ich vor einer Marktmusik von den Künstlerinnen und Künstlern gefragt werde, ob denn auch laute Musik in der Kirche erlaubt sei? Ja! Laut und bunt! Das ist eine Frage, die mich weiter begleiten wird: Wie gehen wir mit einem christlichen kulturellen Erbe in der Gesellschaft um und wie kommen wir mit anderen darüber ins Gespräch? Speziell interessiert mich dabei die Musik.

Deswegen freue ich mich, dass es in diesem Jahr eine bunte Marktmusik-Reihe gab. Über den großen Zulauf des Publikums und die Begegnungen vor und nach den Konzerten haben wir uns sehr gefreut. Vielen Dank an allen Spenderinnen und Spender, die die Konzertreihe unterstützt haben. Wir uns freuen uns, dass es im nächsten Jahr mit der Marktmusik weitergehen kann! Die Marktmusik-Reihe startet wieder am 10.04.2027. Dazu möchten wir Sie und Euch schon jetzt herzlich einladen.

Herzliche Grüße
Ihr/Dein Benjamin Pfordt

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Die neue Marke der Pfarrei

Der Apostel Paulus schreibt von der Vielfalt der Gaben, die von dem einen Geist ausgehen und die kein Privatbesitz sind (s. 1 Kor 12,1-11). Wozu der Geist Gottes nicht alles bewegen kann! Jünger:innen führt er aus dem Rückzug in die Öffentlichkeit, aus der Sammlung in die Sendung.

Das findet sich auch in unserer Pfarrei: in der Vielfalt des Engagements, in der Unterschiedlichkeit der Personen, aber auch in der selbstkritischen Suche, wo wir uns als Gemeinde selbst genügen und den Auftrag, für andere da zu sein, ignorieren.