Die Auferstehung bezeugen

Die Osterzeit neigt sich so langsam aber sicher dem Ende entgegen. Himmelfahrt und Pfingsten stehen vor der Tür. Die Lesungstexte vom Sonntag deuten schon in diese Richtung und machen Mut, die Auferstehung auch ohne anwesenden Messias zu bezeugen. In den Abschiedsreden im Johannes-Evangelium versichert Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen“. Er verspricht ihnen den Geist der Wahrheit als Beistand.

Diese Worte können auch heute noch zu uns sprechen und uns trösten. Wir müssen schließlich auch ohne den anwesenden Messias unser Leben bestreiten und versuchen seinen Spuren zu folgen. Auch uns ist der Geist der Wahrheit versprochen. Allen Getauften ist das zugesagt. Es ist ein Geist, „den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt“. Dieser Geist verbindet uns immer wieder mit Jesus und hilft uns den messianischen Weg selbst zu gehen. Also den Weg, der durch den Tod zum Leben führt, um den Tod für immer zu besiegen. Nichts anderes ist christliche Nachfolge: gegen die Todesmächte zu rebellieren und sie mit Jesus zu besiegen.

Das ist nicht einfach nur eine nette Theorie, sondern hat ganz praktische Auswirkungen. Eine besonders starke Todesmacht heute ist der Krieg. Wir befinden uns bereits mitten im „dritten Weltkrieg auf Raten“, wie Papst Leo und Franziskus sagen. Den Krieg auf jedem möglichen Weg zu entehren und nicht der allgegenwärtigen Werbung für die Kriegslogik verfallen, die nur Freund und Feind, Sieger und Besiegte kennt. Die Kriegslogik springt zu kurz. Der einzige Feind aber, den Christ:innen kennen, ist das Böse schlechthin, eine ungerechte wirtschaftliche Ordnung, die Arme und Reiche hervorbringt, eine Ordnung, die Menschen gegeneinander aufhetzt und zu den Waffen ruft. Menschen sind darin aber nie ganz böse oder ganz gut, sondern immer Agenten des Systems oder aber Rebellen dagegen. Menschen zu dämonisieren funktioniert darum nicht. Mit den Mitteln des Bösen, dem Krieg, überwinden wir nicht das Böse.

Vom Hl. Geist sagt man, dass er zusammenführt und jede Feindschaft von Menschen gegen Menschen überwinden kann. Er macht lebendig und lässt die Waffen strecken, statt immer weiter aufzurüsten und neue Todesmaschinen zu bauen. Für gegenseitiges Verständnis der Völker werben, keinen Menschen aufzugeben, statt ihn über den Haufen zu schießen, sind doch praktische Auswirkungen. Die christliche Hoffnung sagt: Es muss ein Leben jenseits des Todes und damit jenseits des Krieges. Der 1. Petrusbrief ruft zum Zeugnis dafür: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“.

Ihr Jan H. Röttgers, Kaplan

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